Montag, 23. Februar 2015

Nadelbinden mit Zopf

Ich steh ja beim Stricken total auf Zopfmuster. Die sind einfach superschön finde ich. Beim Häkeln habe ich sowas noch nie gesehen, darum bin ich davon ausgegangen, dass das beim Nadelbinden auch nicht geht, weil die Konstruktionen ja recht ähnlich sind.
Aber dann habe ich irgendwann in meiner Nadelbinde-Facebook-Gruppe eine Mütze mit einem schicken Flechtrand gesehen. Sah ziemlich  kompliziert aus. Allerdings stand ein Hinweis dabei, dass es in den Dateien eine Anleitung dafür gibt, und eigentlich kann das ja nicht so schwer sein, oder? Also hab ich mir die mal angeschaut und diese hier fand ich recht verständlich.


So sind Armstulpen im Oslostich mit Kordelrand entstanden (weil ich nur 2 statt 3 Stränge genommen habe). Die Wolle ist aus einem alten Vorrat von meiner Oma, laut Kokeltest ein Wolle-Poly-Gemisch in schokobraun. Da sich die Fäden nicht verfilzen ließen, habe ich sie mit dem Russian Join verbunden, das ging auch ganz gut (ist aber nerviger^^).


noch ein Beweis, dass auch wirklich eine Hand reinpasst :D. Da ich schon Armstulpen habe, werden diese hier wohl ins Larp-Wanderpaket gehen, wenn ich mich denn trennen kann ;).

Donnerstag, 12. Februar 2015

Fertig gegugelt

Jaja, 5€ in die Schlechte-Wortspiel-Kasse^^. Aber das hat sich so angeboten... Kommen wir zum Thema: Es war auf meinem 2. oder 3. Larp, ich war NSC, wir sollten eine Räuberbande darstellen und irgend jemand drückte mir neben Tunika und Hose eine Gugel in die Hand. Das war der Moment, wo ich festgestellt habe, dass eine Gugel eines der genialsten Kleidungsstücke überhaupt ist. Ich steh da total drauf und habe sogar eine OT-Gugel. Klar, dass ich auch für meine Winkinger-Darstellung eine haben wollte, wer will denn schon am Hals frieren? Und kurz vor dem Winterthing habe ich sie dann auch fertig bekommen:

Ich habe einige Zeit hin und her überlegt, ob ich den Skjoldehamn- oder den Haithabu-Schnitt nähen soll, aber da wir uns beim Roten Stier gegen Gugeln mit Zipfel entschieden haben, habe ich den Skjoldehamn Schnitt gewählt. Der schreit schließlich quasi "Nordmann", und im LARP sind Klischees schließlich gut. außerdem hat der Schnitt weniger Teile, als auch weniger Arbeit :D.

 Genäht habe ich die Gugel aus grünem Strichloden von Lederkram, aus dem auch mein Umhang ist. Der Stoff ist zwar echt nicht billig, aber sein Geld meiner Meinung nach absolut wert. Die Säume habe ich hier genau wie beim Hängerock mit einem außen liegenden Hexenstich aus naturfarbener Wolle verschönert.
 Da der Loden doch ein wenig kratzig ist, habe ich die Gugel mit braunem Leinen (ein Rest von meinem Sommerkleid) gefüttert. Das hat auch den Vorteil, dass man nur die schönen Seiten der Nähte sieht.
Wie auch beim Hängerock sind die Innennähte im Überwendlingstich mit der Hand gearbeitet, als Garn habe ich einen Rest grauer Sockenwolle genommen, die hat eine schöne Dicke zum Handnähen und ist stabil.

Ich liebe meine neue Gugel und hätte sie nach der Anprobe am liebsten gar nicht wieder ausgezogen :D.

Samstag, 7. Februar 2015

Mein Ausgeh-Hängerock

Wir vom Roten Stier haben für diese Jahr einen Gewandungs-Leitfaden für unsere Gruppe ausgearbeitet, einfach als Hilfe für unsere Neulinge, denn wir legen schon Wert darauf, dass man den Stand der Darstellung erkennen kann (also keine Magd im lila Kleid, die mehr Schmuck trägt, als ihr Herr ;)). Ich spiele ja die Magd von unserem Hetmann, bin also nicht völlig verarmt, mir geht es da ganz gut. Das heißt aber auch, dass ich einen extra Hängerock für das Thing und ähnlich Anlässe brauche. Ausgehklamotten quasi :D.
So einen hatte ich zwar schon, aber ich war damit nicht ganz zufrieden, der Stoff war blöd, der Schnitt auch (nein, nicht vorne Lappen, hinten Lappen und an der Seite zusammengebunden^^), also musste was neues her. Und da wir uns ja ständig verbessern wollen, hab ich das Ding komplett von Hand genäht.
 Da von Hängeröcken nur recht kleine Framente gefunden wurden, kann man da recht viel interpretieren, was die Länge und die Weite angeht, ich habe hier auch wieder mit Keilen an der Seite gearbeitet, weil das meiner Meinung nach besser sitzt, als wenn man den aus zwei ausgestellten Teilen näht. D Schnitt erist der aus Haithabu, die Abnäher fehlen noch, da bin ich nicht zu gekommen, da mir mal wieder erst drei Tage vor dem Thing eingefallen ist, dass ich mir noch schnell nen neuen Hängerock nähen will (kennt das jemand?).

 Sie Säume und die Träger habe ich alle mit einem außen liegenden Hexenstich genäht, das Garn ist nicht authentisch, das ist ein gefachtes Stickgarn aus den Restbeständen meiner Oma, das weg musste und zufällig fast die selbe Farbe hat wie mein Kleid. Mir gefällt die Optik gut und wir wollen es ja auch nicht übertreiben mit der Authentizität ;).

Die Innennähte habe ich im Überwendlingstich genäht (der ist authentisch), mit Wolle die in etwa die Farbe des Hängerocks hat, ebenfalls aus Omas Restbeständen, und ebenfalls nicht authentisch^^. Aber immerhin handgenäht :D. Ich muss einfach erstmal die ganzen Reste, die ich hier so rumfliegen habe aufbrauchen, bevor ich anfange mich ausschließlich mit pflanzengefärbter Wolle einzudecken...

Ich bin mit dem Hängerock auf jeden Fall sehr zufrieden, er trägt sich gut und hält auch noch warm und passt gut zu meinem Kleid :D.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Meine Winterthing-Ausbeute

Traditionell gibt es auf dem Winterthing auch immer einen Markttag. Das ist eine schöne Sache, viele Leute verkaufen gebrauchte Ausrütungsteile, die sie nicht mehr brauchen, so dass man da das ein oder andere Schnäppchen machen kann, andere verkaufen Dinge, die sie selbst hergestellt haben, aber nicht benötigen und einige größere Händler sind eigentlich auch immer da (z.B. die Gebrüder Goldhammer). Das tolle ist, dass es auf dem Markt (fast) ausschließlich wikingerzeitliche Dinge angeboten werden, es muss nicht alles 100%ig "a" sein, aber zur Wikinger-Darstellung im LARP passen, da wir auch beim Markt IT bleiben.

Natürlich hab ich auch ein bisschen zugeschlagen, wie sollte es anders sein :D. Pafnuti, einer unser Rus-Spieler (leider ohne Blog, er macht tolle Lederarbeiten) hatte im Vorfeld schon einige Sachen gezeigt, die er anbieten könnte, und um Meldung gebeten, wer etwas bestimmtes haben möchte, da er nicht alles mitbringen konnte. Dabei war ein toller handgenähter Gürtel im Borrestil, für den ich mich sofort gemeldet habe, da mein alter Gürtel eigentlich nicht so recht zu einer Wikingerdarstellung gepasst hat.

Jetzt darf ich dieses schöne Stück mein Eigen nennen, immer noch schlicht (das war mein alter auch, aber das passt ja auch gut zu einer Magd), aber endlich mit passender Schnalle. Und eine schöne IT-Verhandlung um den (IT-) Preis gabs auch noch, danke Pafnuti/Marco :D.

Wer mich kennt weiß ja, dass ich Wolle nur ganz schwer widerstehen kann, und wenn es pflanzengefärbte ist, dann erst recht... Und da Gyda (ich hab jetzt einfach mal den Namen vom Wiki-Char genommen, der da war, sie hat noch einige Chars mehr zu bieten ;)) unheimlich tolle Pflanzenfärbungen macht, hab ich da dann auch nochmal zugeschlagen:
Dreimal Dochtwolle: Oben links ist mit Galläpfeln gefärbt, das ist eine tolle Farbe, die je nach Lichteinfall etwas anders wirkt (Ich brauche Galläpfel! Damit muss ich unbedingt auch mal experimentieren...), oben rechts mit Wallnussschalen, ein schönes warmes Braun und unten mit Birkenblättern und Eisensulfat, ein schönes Grün, genau so wie ich es mag.
Womit das Stickgarn gefärbt ist hab ich ganz vergessen zu fragen (ich tippe einfach mal auf Birke oder Reseda mit Eisensulfat), ich weiß auch noch nicht genau, was ich damit will, aber die Farbe fand ich einfach zu geil, das musste mit :D.

Sonntag, 1. Februar 2015

Mein Winteroutfit

Jetzt hab ich schon wieder so lange nichts geschrieben... Die Vor- und Nachbereitungen für das Winterthing waren doch stressiger als erwartet. Aber nun ist das geschafft, und ich denke es ist an der Zeit, dass ich hier mal mein Winteroutfit herzeige. Da es vom Winterthing leider nur relativ wenig Fotos von mir gibt (beim Larp fotografieren ist halt immer blöd, ich hab da auch nie Lust zu^^), müssen für das Gesamtoutfit mal wieder Balkonbilder herhalten, die dazu auch noch etwas überbelichtet sind. Sorry dafür^^.


Im Winter trage ich ein Kleid aus dunkelbraunem, relativ dickem Wolstoff, mit Keilen aus grauem Wollstoff (weil ich von dem braunen nicht genug bekommen habe für ein komplettes Kleid). Das Kleid ist schon etwas älter, und von daher noch mit der Maschine genäht, und nur die sichtbaren Nähte von Hand. Den orangenen Hängerock habe ich mir für diese Thing neu genäht (komplett von Hand), nach dem selben Schnitt wie der für den Sommer, den werde ich demnächst nochmal extra vorstellen. Die Mütze kennt ihr ja auch schon :).

Unverzichtbar im Winter ist für mich ein Mantel/Umhang, darum trage ich einen Rechteckmantel aus dunkelgrüner Wolle, was im Grunde eigentlich nur ein rechteckiges Stück Wollstoff ist, das mit einer Fibel geschlossen wird. Ich habe 2m genommen und doppelt gelegt, dass ist eine ganz gute Größe, kann man auch prima als zusätzliche Decke verwenden^^. Aus dem selben Stoff ist meine Gugel nach Skjoldehamn-Schnitt, die ich auch demnächst nochmal näher vorstellen werde.

Und damit doch noch etwas Athmosphäre aufkommt gibt es noch ein paar IT-Bilder von meiner Sippe und mir beim Thing :) 



Sonntag, 14. Dezember 2014

Ergebnisse der Solarfärbung vom 6.9.2014

So, jetzt wars hier ja wirklich lange ruhig, ich bin nämlich umgezogen und hatte kein Netz. Aber ich gelobe Besserung. Und hab deshalb gleich mal meine Ergebnisse von der Solarfärbung im September mitgebracht. Die habe ich nämlich am 2.12.2014 mal ausgepackt.
Bevor es aber Bilder gibt kommt noch ein bissel Text, ich hab nämlich bei meiner ersten Färbung schon so einiges gelernt, und da will ich euch natürlich dran teil haben lassen.

1. Das Puschelmoos sieht zwar toll aus und ist schön weich, aber es färbt kein bisschen
2. Brennnesseln in Verbindung mit heißem Wasser stinken ziemlich.
3. Wenn man mit Pilzen färben möchte, ist es vielleicht besser, wenn man sich zumindest etwas mit Pilzen auskennt
4. Rainfarn färbt auch das Gummi von den Weckgläsern ziemlich nachhaltig
5. Manche Pilze werden ziemlich eklig, wenn sie lange im Wasser liegen

Und noch ein paar Fakten, die ich bei der nächsten Färbung besser machen könnte  werde:
1. richtig vorgebeizte Wolle nehmen, statt das Alaun einfach mit in die Gläser zu tun, damit sich das Alaun nur mit der Wolle und nicht mit den Pflanzen verbindet
2. Pflanzen kurz vor der Blüte sammeln, dann ist am meisten Farbstoff vorhanden (und zumindest bei den Brennnesseln ist das Auswaschen viel einfacher), und nicht erst im Fast-Herbst.

So, nur aber mal zu den Bildern. Die sind alle nach dem Entglasen und trocknen entstanden, das endgültige Auswaschen steht mir nämlich noch bevor. Ich habe irgendwo gelesen, dass man die Wolle vor dem endgültigen waschen und fixieren erstmal trocknen lassen soll, weil es sein kann das die Farbe noch nachoxidiert, und zumindest bei der Brennnesselfärbung hatte ich den Eindruck, dass die noch etwas gelber geworden ist. Erstmal ein Gruppenfoto:
v.l.n.r: Rainfarn, gemischte Pilzpfanne, Puschelmoos (der kleine Strang), Brennnessel

Rainfarn 
 Von der Farbe bin ich wirklich begeistert, das ist ein schönes strahlendes Gelb geworden, ohne Grün- oder Braunstich. Mit Rainfarn als Färbpflanze werde ich auf jeden Fall  weiter experimentieren, ich hoffe ja, dass die Farbe noch intensiver wird, wenn man vor der Blüte sammelt.

Gemischte Pilzpfanne
 Die Pilze haben ein schönes warmes Beige ergeben, mit einigen dunkleren Flecken. Damit bin ich auch ganz zufrieden, weil ich ja keine Ahnung hatte, was mich erwartet. Aber bevor ich mit Pilzen weitere Experimente mache, muss ich da noch ein bissel was drüber in Erfahrung bringen glaub ich. Die Färbung hat übrigens beim Öffnen nicht so arg gestunken, wie ich vermutet hätte ;).

Brennnessel
Da war ich ein bissel enttäuscht, von den Brennnesseln hatte ich mir ein etwas intensiveres Ergebnis erhofft. Die Farbe wirkt ein bisschen, als könne sie sich nicht zwischen gelb und beige entscheiden. Ich werde da auch auf jeden Fall nochmal einen Versuch mit vor der Blüte gesammelten Pflanzen starten, weil eigentlich finde ich die Brennnessel als Färbepflanze super. Die ist auf jeden Fall überall günstig zu bekommen. Quasi Unkrautverwertung :D.

Alles in allem, wird das auf keinen Fall meine letzte Solarfärbung gewesen sein, im Frühling gibts mehr zu dem Thema.

Montag, 29. September 2014

York: Der erste Versuch

Ich hab schon wieder eine Mütze genadelt. Diesmal im York-Stich F2, weil ich den mal üben wollte, bevor ich mit meiner Kreisweste anfange. Und ich muss sagen, der gefällt mir gut. Er ist etwas dehnbarer und lockerer als der Oslo-Stich und die Farbübergänge werden schöner (finde ich).


 Die Wolle ist die, die ich in Haithabu gekauft habe, bzw der Rest von meiner letzten Mütze (das helle Grün), also alles pflanzengefärbt.

Hier nochmal eine Nahaufnahme vom Maschenbild, noch nicht 100%ig gleichmäßig, aber durchaus tragbar, wie ich finde. Dadurch, dass sie etwas dehnbarer ist trägt die Mütze sich angenehmer als die beiden im Oslo-Stich. Ich glaube fast, das wird Frenjas Mütze und die andere verkaufe ich, oder behalte sie für nen eventuellen Zweitcharakter ;).

Und als Beweis, dass sie auch passt hier noch ein leicht verblitztes Tragefoto. Leider war das Licht schon ein wenig weg, als ich zum Fotografieren gekommen bin...
Fazit: Ich mag den York-Stich :D